Forschungsschwerpunkte

Im gesunden Zustand werden zelluläre und lösliche Bestandteile des Immunsystems nahezu völlig aus dem Nervensystem ferngehalten. Bei Erkrankungsprozessen ändert sich die Situation grundlegend. Das Nervengewebe wird “immunfreundlich”, d.h. es werden Immunfaktoren im Gehirn produziert und freigesetzt. Zudem wandern regelmäßig, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, Entzündungszellen in das Organ ein. Die Rolle dieser Zellen im Krankheitsprozess ist oft unklar. Bei der Multiplen Sklerose geht man allerdings davon aus, dass Immunzellen das Gehirn, da sie es fälschlicherweise als Fremdgewebe ansehen, angreifen und zerstören.

Das Institut widmet sich der Fragestellung, welche Mechanismen und Faktoren es Immunzellen ermöglicht, in das Nervensystem einzuwandern, sich im nervalen Milieu zu verständigen und welche Einflüsse Immunzellen auf das Hirngewebe ausüben.

Folgende Ziele werden verfolgt

  • Grundlagen der Pathogenese (auto-)immunologischer Erkrankungen des Nervensystems sollen aufgedeckt
  • Therapeutische Ansatzpunkte gefunden und entwickelt
  • Wirkmechanismen und Nebenwirkungen neuer therapeutischer Verfahren untersucht werden

Im Folgenden können Sie Details über die Forschungsprojekte und -Technologien der einzelnen Arbeitsgruppen einsehen:

Arbeitsgruppen des Instituts

F.Odoardi

Echtzeitdarstellung neuroimmunologischer Prozesse

Francesca Odoardi

Autoimmunität ist das Resultat einer fehlgeleiteten Immunantwort - das Immunsystems richtet sich gegen Bestandteile des eigenen Körpers. Auch das ZNS kann Ziel eines autoimmunen Angriffs werden, obwohl es augenscheinlich gut vom Rest des Körpers abgeschirmt ist. Bisher fehlt ein umfassendes Verständnis dafür, welche Mechanismen Autoimmunität im ZNS hervorrufen können. Dieser Frage gehen wir mit der Forschung in meiner Arbeitsgruppe nach.

D.Lodygin

Zelluläre und molekulare Neuroimmunologie

Dmitri Lodygin

Bei der Entstehung der Multiplen Sklerose spielen autoreaktive T-Zellen eine entscheidende Rolle. Unser Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Wanderungsverhalten von T-Zellen durch den Körper, ihrer Reaktivierung im Zentralnervensystem und der durch T-Zellen vermittelten Schädigung des Gewebes durch Entzündungsreaktionen. Unser Ziel ist es außerdem, bessere Tiermodelle zu entwickeln, die neueste genetische Werkzeuge beinhalten. Das würde uns erlauben, die verschiedenen Aspekte von humanen Autoimmunerkrankungen des ZNS besser zu erforschen und nach neuen Therapieansätzen zu suchen.

F.Lühder

Genetische Neuroimmunologie

Fred Lühder

Unsere Gruppe bearbeitet vor allem 2 Gebiete:

1 - Grundlagenforschung zur Pathogenese von Autoimmunerkrankungen am Beispiel des Tiermodells “Experimentelle autoimmune Enzephalomyelitis“ (EAE) für die humane Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS)
2 - Die Untersuchung von Wirkmechanismen von gegenwärtig bereits für die MS-Therapie eingesetzten Arzneimitteln.

Das könnte Sie auch interessieren